Praxis:
Erfahrungen und Tipps von Hagen Bogdanski („Das Leben der Anderen“)
„Das Leben der Anderen“ ist der vierte Spielfilm, den Du mit Hawk Objektiven
photographiert hast. Woher kommt Dein Interesse für das anamorphotische
Aufnahmeverfahren?
„Scope ist für jeden Kameramann ein Traum, war aber in Deutschland kaum realisierbar.
Das änderte sich erst, als Vantage 1994 die Hawks auf den Markt brachte. Ich wurde
damals zu einem Kunden der ersten Stunde ....“
Welche Hawk-Optiken hast Du für „Das Leben der Anderen“ eingesetzt?
„Wir haben mit den Objektiven der C-Serie gearbeitet und sie mit den V-Serie Objektiven
30mm & 180mm und dem Hawk 55-165mm Lightweight Zoom ergänzt. Alle konnten
bedenkenlos kombiniert werden.“
Hast Du oft bei voller Blendenöffnung gedreht?
„Ja, Hawk Anamorphics zeichnen sich durch ihre absolute technische Präzision aus.“
Du arbeitest sehr oft in Breitwand. Was gefällt Dir an diesem Format?
„Meiner Meinung nach lässt sich ein Kino-Feeling so am besten transportieren. Breitwand
in echtem Cinemascope ist für mich das ultimative Kinoformat.“
Dabei hast Du in mehreren Einstellungen bewusst die geringe Tiefenschärfe genutzt, die
sich aus dem anamorphotischen Objektivaufbau ergibt und ...
„... es entstehen Bildstaffelungen und Schärfenverlagerungen, die im Super 35mm-Filmformat nicht
realisierbar sind.“
Anamorphics brauchen ja weniger Licht als Super 35, weil Du mit höher empfindlichen
Materialien arbeiten kannst.
„Unbedingt! Du drehst bei Cinemascope mit 500 ASA-Material und siehst kein Korn!“
Wie verlief die Postproduction?
„Ich habe mich für die klassische Lichtbestimmung entschieden. Auch hier ist
Cinemascope klar im Vorteil: Kostspielige Umkopierungen für die Kinoauswertung
entfallen, wir haben lediglich ein analoges Intermediate anfertigen lassen und daraus 190
Kinokopien erstellt. Sowohl die Premierenkopie als auch die Massenkopien sind von
herausragender Qualität.“

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