Rückblick:
Breitwand wird weltweit zum Maßstab
Als Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts immer mehr Menschen dem Kino den Rücken
kehrten, geriet die klassische Filmindustrie enorm unter Druck. Wie konnte man sich
gegen die Fernseher im bequemen Wohnzimmer behaupten?
Die Antwort hatte schon frühzeitig Henri Chrettien, der eine brennpunktlose
Weitwinkellinse vor ein konventionelles Kameraobjektiv montierte: „Im Prinzip ein verkehrt
herum angebrachtes Galileo-Teleskop mit einem Effekt, als würde man falsch herum durch
ein Opernglas schauen“, so der amerikanische Kameramann und Filmexperte John Hora
ASC (Twilight Zone).
Die Idee aus dem Zylinder
Doch das alleine reichte nicht aus, um mit herkömmlich konfektioniertem Filmmaterial eine
Scope-Produktion möglich zu machen. Erst ein anamorpher, zylindrischer Schliff brachte
die „weite“ Welt auch auf die Leinwand. John Hora: „Bei anderen Formaten deckte man
einfach den oberen und unteren Teil des Negativs mit einem Balken ab - wodurch aber
eine zusätzliche Vergrößerung des Bildes beim Abspielen nötig war.“ Und das natürlich auf
Kosten der Qualität.
„Untersuchungen mit wissenschaftlichen Messmethoden“, so Hora weiter, „haben
wiederholt ergeben, dass Aufnahmen mit anamorphen Linsen eine deutlich höhere
Bildqualität liefern, als jedes andere Breitbildformat, bei dem die Originalaufnahmen auf
vierfach perforiertem 35mm-Film gemacht werden.“
Der Grund dafür ist offensichtlich: Anamorphe Aufnahmen nutzen - etwa im Gegensatz zu
Formaten wie 1:85 oder Super 35 - eine wesentlich größere Fläche des Originalnegativs
aus: „Und das heißt weniger Körnung, höhere Auflösung und ein besser definiertes Bild.“
„Ich entschied mich wieder für die Hawk Anamorphics und gab der Produktion und dem
Regisseur ein Versprechen: Sie sollten mit den anamorphen Aufnahmen zufrieden sein.
Und mehr als nur zufrieden.
Ich hielt mein Versprechen.“
Gerard Simon

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